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Schwierige Gespräche
Vor einem Jahr hat Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation von vier Bischöfen der fundamentalistischen Priesterbruderschaft Sankt Pius X. aufgehoben. Was als Geste der Versöhnung gedacht war, löste einen Sturm der Entrüstung aus. Denn unter den vier Bischöfen befand sich der Brite Richard Williamson, ein Rechtsextremer, was vom Vatikan ignoriert wurde.
Mittlerweile hat eine Sonderkommission theologische Gespräche mit der Piusbruderschaft begonnen. Der Dialogprozess aber stockt erheblich. Würdigte man in Rom nach dem ersten Treffen noch das „herzliche und vertrauensvolle Klima“, wurde über das zweite im Januar kaum etwas bekannt. Benedikt sagte lediglich, er vertraue darauf, dass die Differenzen überwunden werden könnten, die seitens der Piusbruderschaft einer „vollen Gemeinschaft mit der Kirche“ im Wege stehen. Die Piusbrüder lehnen das II. Vatikanische Konzil gänzlich ab.
Williamson selbst hat die Gespräche mit dem Vatikan jüngst als „Gespräch unter Taubstummen“ bezeichnet. Den Holocaust leugnet er weiter, wie der Spiegel berichtet. „Tatsache bleibt, dass die sechs Millionen Vergasten eine Riesenlüge darstellen“, soll er jüngst in einer E-Mail geschrieben haben. Die Verantwortlichen der Piusbruderschaft haben sich nicht von Williamson distanziert. Sie befürchten, dass er mit einer eigenen Gegenkirche ihre Gemeinschaft spalten könnte.
Ab Mitte April muss sich Richard Williamson in Regensburg wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Nach der Ausweisung aus Argentinien lebt er in London. Ob er zu dem Verfahren erscheinen wird, ist fraglich.
Andreas Krummenacher
Aus cathberne.ch
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